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Surfleisch

Surfleisch selber machen – klassisches Rezept zum Suren

Surfleisch gehört für mich zu den klassischen Gerichten, bei denen Tradition und einfacher Geschmack perfekt zusammenpassen. Das Fleisch wird durch das Suren bzw. Pökeln vorbereitet und erhält dadurch seinen typischen Geschmack und seine charakteristische Farbe.

In Österreich wird „Suren“ häufig als Bezeichnung für das Pökeln von Fleisch verwendet. Aus einem guten Stück Schweinefleisch, Salz, Gewürzen und etwas Geduld lässt sich ein wunderbar aromatisches Surfleisch herstellen.

Auf dieser Seite zeige ich dir, wie ich Surfleisch traditionell zubereite, welche Fleischstücke sich dafür eignen und worauf du beim Suren achten solltest.

Wichtig: Die hier beschriebene Vorgehensweise ist ein traditionell orientiertes Rezept. Bei der Verwendung von Pökelsalz solltest du immer die Dosierung und Anwendung des konkreten Herstellers beachten. Pökelsalz ist nicht einfach mit normalem Speisesalz gleichzusetzen.


🥩 Welches Fleisch eignet sich zum Suren?

Für Surfleisch verwende ich hauptsächlich Schweinefleisch.

Besonders gut eignen sich:

  • Schweineschopf
  • Schweinebauch
  • größere Stücke vom Schwein
  • je nach gewünschtem Ergebnis auch andere geeignete Teilstücke

Ich persönlich greife gerne zu Schopf oder Bauch, weil diese Stücke ausreichend Fett und einen kräftigen Eigengeschmack mitbringen.

Gerade beim Suren sollte man außerdem auf die Größe und Dicke des Fleischstückes achten. Ein kleines Stück benötigt natürlich eine andere Zeit als ein großer Schopf oder ein dicker Bauch.

💡 Mein Tipp

Nimm möglichst frisches Fleisch von einer guten Metzgerei oder Fleischerei und achte auf eine durchgehend gekühlte Lagerung.

Bei selbst hergestellten Pökelwaren ist sauberes Arbeiten besonders wichtig.


Schweineschopf für die Herstellung von Surfleisch

Schweineschopf eignet sich hervorragend für traditionelles Surfleisch.


🧂 Was braucht man für Surfleisch?

Für mein traditionelles Grundrezept benötigst du:

🥩 Fleisch

  • Schweineschopf oder Schweinebauch

🌿 Gewürze

  • Salz bzw. geeignete Pökelmischung
  • Wacholderbeeren
  • Lorbeerblätter
  • Knoblauch
  • etwas Zucker
  • Pfeffer

Die genaue Menge der Pökelzutaten sollte sich nach dem verwendeten Produkt und dessen Herstellerangaben richten. Gerade bei nitritpökelsalzhaltigen Produkten sollte man nicht einfach verschiedene Rezepte miteinander kombinieren.

Meine ursprüngliche Rezeptur arbeitete mit einer Mischung aus Salz und Pökelsalz. Für eine moderne Veröffentlichung würde ich diese alte Mengenangabe bewusst nicht als allgemeingültige Dosierung darstellen.


🧂 Das Fleisch für das Suren vorbereiten

Bevor das Fleisch gesurt wird, wird es vorbereitet und kontrolliert.

Das Fleisch sollte sauber zugeschnitten und gut gekühlt sein.

Anschließend wird es mit der vorbereiteten Gewürzmischung von allen Seiten gründlich eingerieben.

Dabei sollte die Würzmischung möglichst gleichmäßig verteilt werden.

Besonders wichtig sind dabei auch die Seiten und Vertiefungen des Fleischstückes.


🥩 Das Fleisch einlegen

Das gewürzte Fleisch wird anschließend in einen geeigneten Behälter geschlichtet.

Zwischen den einzelnen Fleischstücken beziehungsweise Schichten können Knoblauch und weitere Gewürze verteilt werden.

Anschließend wird das Fleisch beschwert.

🪣 Welchen Behälter sollte man verwenden?

Hier würde ich heute wesentlich vorsichtiger formulieren als in meinem alten Beitrag:

Verwende einen lebensmittelechten Behälter, der für salzhaltige Lebensmittel geeignet ist.

Gut geeignet sind beispielsweise:

  • Edelstahlbehälter
  • lebensmittelechte Kunststoffbehälter
  • dafür vorgesehene Keramikgefäße

Keine unbekannten, beschädigten oder nicht lebensmittelechten Behälter verwenden.


⏳ Die erste Phase des Surens

Das gewürzte Fleisch bleibt zunächst einige Zeit im Behälter.

Dabei tritt aus dem Fleisch Flüssigkeit aus und es entsteht eine eigene Lake.

Genau dieser Schritt gehört für mich zum traditionellen Suren dazu.

Das Fleisch sollte während der gesamten Zeit ausreichend gekühlt und sauber verarbeitet werden.


Gewürztes Schweinefleisch zum Suren im Behälter

Das gewürzte Fleisch wird für die erste Phase des Surens eingelegt.


🧂 Die Surlake herstellen

Nachdem das Fleisch zunächst in der Gewürzmischung gelegen hat, wird die Lake vorbereitet.

Traditionell können dabei unter anderem verwendet werden:

  • Wasser
  • Salz bzw. die dafür vorgesehene Pökelmischung
  • Knoblauch
  • Wacholder
  • Lorbeer
  • Pfeffer
  • etwas Zucker

Die Gewürze werden in das Wasser gegeben und erhitzt, damit sich die Aromen lösen.

⚠️ Wichtig

Die Lake muss anschließend vollständig abkühlen, bevor sie mit dem Fleisch in Kontakt kommt.

Nie heiße Lake über das Fleisch geben.

Die Lake wird anschließend so über das Fleisch gegeben, dass es vollständig bedeckt ist.


💧 Warum muss das Fleisch vollständig bedeckt sein?

Das Fleisch sollte während der Nasspökelung vollständig von der Lake umgeben sein.

Dadurch wird eine möglichst gleichmäßige Pökelung erreicht.

Das Fleisch kann mit einem geeigneten, lebensmittelechten Gewicht beschwert werden, damit es nicht aus der Lake herausragt.


⏳ Wie lange muss Surfleisch suren?

Hier gibt es keine einzige Zeitangabe, die für jedes Fleischstück passt.

Die benötigte Zeit hängt unter anderem ab von:

  • Größe des Fleischstückes
  • Dicke
  • Art des Fleischstückes
  • verwendeter Pökelmethode
  • Salzkonzentration
  • Temperatur
  • gewünschtem Ergebnis

Genau deshalb würde ich auf der Website keine starre Aussage wie „jedes Stück muss exakt X Tage liegen“ machen.

Bei größeren Fleischstücken ist eine geprüfte und für die verwendete Pökelmethode passende Rezeptur entscheidend.


🌡️ Die richtige Temperatur

Beim Suren ist eine konstant niedrige Kühltemperatur besonders wichtig.

Surfleisch gehört während der Herstellung und Lagerung nicht einfach in einen warmen Keller.

Für gekühlte Pökelwaren werden in österreichischen Informationen beispielsweise +2 bis +6 °C als Lagerbereich angegeben.

❄️ Mein Grundsatz

Lieber zu kalt und kontrolliert als zu warm und unsicher.

Wenn du größere Mengen Fleisch verarbeitest, solltest du die Temperatur mit einem geeigneten Thermometer kontrollieren.


🥩 Nach dem Suren

Wenn die vorgesehene Pökelzeit abgeschlossen ist, wird das Fleisch aus der Lake genommen.

Anschließend wird es entsprechend der verwendeten Rezeptur weiter vorbereitet.

Je nach Rezept kann dazu gehören:

  1. Fleisch aus der Lake nehmen
  2. Oberfläche kontrollieren
  3. gegebenenfalls abspülen
  4. überschüssige Flüssigkeit entfernen
  5. Fleisch trocknen lassen
  6. anschließend kochen oder – wenn vorgesehen – weiterverarbeiten bzw. selchen

🔥 Surfleisch direkt essen oder noch selchen?

Das ist ein wichtiger Unterschied.

Surfleisch muss nicht automatisch geräuchert werden.

Das österreichische Lebensmittelbuch beschreibt Surfleisch als Pökelware, bei der die Durcherhitzung durch die Zubereitung erfolgt.

Du kannst es also beispielsweise als klassisches Surfleisch zubereiten und anschließend entsprechend erhitzen.

Wenn du das Fleisch hingegen selchen möchtest, geht es in einen weiteren Verarbeitungsschritt.

Dann kommen unsere anderen Seiten ins Spiel:

👉 Fleisch pökeln
👉 Selchverfahren
👉 Wurst selchen
👉 Räucherholz


🍲 Surfleisch anschließend kochen

Ein klassisches Surfleisch wird vor dem Verzehr durcherhitzt.

Dabei sollte nicht einfach nach Gefühl gearbeitet werden, sondern die Zubereitung sollte zu Fleischstück, Rezeptur und verwendeter Pökelware passen.

Gerade bei selbst hergestellten Pökelwaren gilt deshalb:

Sauber arbeiten, durchgehend kühlen und das Fleisch vor dem Verzehr ausreichend erhitzen.


❤️ Mein persönlicher Tipp zum Surfleisch

Was ich am Surfleisch besonders mag, ist eigentlich die Einfachheit.

Man braucht keine komplizierte Gewürzmischung und auch keine zehn verschiedenen Zutaten.

Ein gutes Stück Schweinefleisch, eine passende Pökelmethode, Knoblauch, Wacholder, Lorbeer und etwas Geduld können bereits für einen hervorragenden Geschmack sorgen.

Und genau das ist für mich das Schöne an der traditionellen Herstellung:

Man weiß, was im Fleisch steckt und kann den gesamten Prozess selbst nachvollziehen.


⚠️ Die häufigsten Fehler beim Suren

🌡️ Das Fleisch wird zu warm gelagert

Eine zu hohe Temperatur ist bei der Herstellung und Lagerung von Pökelwaren ein unnötiges Risiko.

Besser: Kühlkette einhalten und Temperatur kontrollieren.


🧂 Zu viel Pökelsalz verwenden

Mehr Salz bedeutet nicht automatisch ein besseres Ergebnis.

Bei Pökelsalz muss die Dosierung immer zur verwendeten Mischung passen.

Besser: Herstellerangaben bzw. eine geprüfte Rezeptur verwenden.


🧂 Verschiedene Rezepte kombinieren

Ein häufiger Fehler ist, die Salzmenge aus einem Rezept, die Pökelsalzmenge aus einem anderen und die Lake aus einem dritten Rezept zu übernehmen.

Das würde ich nicht machen.

Bleib bei einer vollständigen, nachvollziehbaren Rezeptur.


🪣 Ungeeignete Behälter verwenden

Bei salzhaltigen Lebensmitteln sollte nur Material verwendet werden, das dafür geeignet ist.

Besser: lebensmittelechte Behälter verwenden.


♨️ Heiße Lake über das Fleisch geben

Die Lake muss vor dem Kontakt mit dem Fleisch vollständig abgekühlt sein.


❄️ Nach dem Suren zu lange ungekühlt lagern

Surfleisch ist kein automatisch haltbares Produkt.

Auch selbst hergestelltes Surfleisch muss entsprechend gekühlt und hygienisch behandelt werden.


❓ Häufige Fragen zum Surfleisch

🥩 Was ist der Unterschied zwischen Surfleisch und gepökeltem Fleisch?

Suren ist in Österreich eine gebräuchliche Bezeichnung für das Pökeln. Die Begriffe werden im Alltag teilweise nebeneinander verwendet.

🥩 Welches Fleisch eignet sich am besten?

Für mein Rezept verwende ich am liebsten Schweineschopf oder Schweinebauch.

🔥 Kann man Surfleisch räuchern?

Ja, Surfleisch kann je nach Rezept und Verarbeitung anschließend auch weiterverarbeitet bzw. geräuchert werden. Das Verfahren muss aber zum jeweiligen Produkt passen.

🍲 Muss Surfleisch gekocht werden?

Bei klassischem Surfleisch wird die Durcherhitzung durch die Zubereitung vorgenommen.

⏳ Wie lange hält selbst gemachtes Surfleisch?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Herstellung, Salz-/Pökelverfahren, Hygiene, Verpackung und Lagertemperatur spielen eine entscheidende Rolle.

Selbst hergestelltes Surfleisch sollte nicht mit industriell haltbar gemachten Produkten gleichgesetzt werden.

🥓 Kann ich auch Schweinebauch verwenden?

Ja. Schweinebauch eignet sich sehr gut und bringt durch seinen höheren Fettanteil einen kräftigen Geschmack mit.


🏁 Fazit

Surfleisch selber zu machen ist keine Zauberei.

Das Entscheidende ist nicht eine möglichst komplizierte Gewürzmischung, sondern gutes Fleisch, eine passende Pökelmethode, sauberes Arbeiten, die richtige Kühlung und ausreichend Zeit.

Ich persönlich mag besonders die traditionelle Variante mit Schweineschopf oder Schweinebauch, Knoblauch, Wacholder und Lorbeer.

Und wer das Surfleisch anschließend noch selbst selchen möchte, kann aus einem einzigen Stück Fleisch einen komplett selbst hergestellten Klassiker machen.

Vom frischen Fleisch über das Suren bis zum fertigen Geselchten.

👉 Genau darum geht es auf selchen.at.


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